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Irene Andessner

Geboren in Salzburg

1978/79 Akademie der Bildenden Künste Venedig (Emilio Vedova)

1979-85 Akademie der Bildenden Künste Wien (Max Weiler, Arnulf Rainer)

1982/83 Arbeitsstipendium Rom

1989–2000 Atelier in Köln

Lebt in Wien

 

Nach ihrem Studium an den Kunstakademien in Wien (bei Max Weiler und Arnulf Rainer) und Venedig (Emilio Vedova) sowie einem Stipendiumsjahr in Rom (1982) konzentriert sich die gebürtige Salzburgerin Irene Andessner zunehmend auf das Thema Selbstportrait. Von der gestischen Malerei im Zeitgeist der „Jungen Wilden“ ausgehend, verknüpft sie ab 1989 in ihrem Kölner Atelier die klassische Maltechnik (Öl auf Leinwand) mit konzeptuell als „Datumsbilder“ lesbaren Selbstportraits – die Peter Sloterdijk als Anschauungsbeispiel für seine Begriffsbestimmung vom „Détrait“ als Auflösung des Portraits und Austauschbarkeit der bildnerischen Darstellung von Persönlichkeit dienen.

Ab Mitte der 1990er Jahre setzt sie ihre Konzepte mit Fotografie und Video-dokumentierten Tableaux vivants um. Die Selbstinszenierung mit Rollenspiel tritt an die Stelle des gemalten Selbstportraits. Frauen mit humanistisch oder künstlerisch bewundernswerter Lebensgeschichte bilden den thematischen Hintergrund vieler ihrer (bisher ca. 100) Rollenportraits. Im Fokus stehen historische, aber auch mythologische und literarische Frauenpersönlichkeiten, auf deren Vorbildlichkeit die Performance- und Fotokünstlerin in zeitgenössischen „Nachbildern“ verweist. Rollenbilder von kunst- und zeitgeschichtlichen Vorbildern wie Sofonisba Anguissola oder Ida Pfeiffer entstehen, auch heilige (Schwarze Madonna) und fiktive (Rachel aus „Bladerunner“) Personen sowie moderne Mythen (Marlene Dietrich). Im Projekt „I.M. Dietrich“ geht die Rollenidentifikation bis zur Annahme des Familiennamens des Vorbildes durch eine reale Heirat nach vorausgehendem Ehemann-Casting. Als „Wanda“ (re)produziert sie das Idealbild, das Leopold von Sacher-Masoch in seiner „Venus im Pelz“ vorgeschrieben hatte. In Arbeiten wie diesen erweitert Andessner das bildnerische Rollenportrait zur interaktiven Realperformance, in der sie in die Grenzen von der bildenden Kunst zur sozialen Realität verschiebt. So auch im „Nachleben“ eines Tages einer besonderen Wienerin („Ursula K.“).

 

Ab 2007 portraitiert Andessner auch Freunde, Kollegen und Sammler in deren Wunschrollen nach historischen Fotografien (F.X. Setzer) oder Gemälden (Frans Hals). 2010 inszeniert sie erstmals Gruppenbilder nach Jan de Bray im Kunsthistorischen Museum Wien, 2011 folgt ein Lebendes Bild nach Leonardo da Vincis „ Abendmahl“ als Gemeinschaftsarbeit mit Timm Ulrichs im Museum der Moderne Salzburg.

      

Vorbilder, 1995–1998

Fasziniert von Künstlerinnen, die sich – wie sie selbst – oft vor dem Spiegel gemalt haben, studiert Irene Andessner deren Biographien und Werkkonzepte, beginnend mit der Renaissance – seit bildende Künstlerinnen in der Kunstgeschichte registriert wurden. Das Ölbild „Selbstportrait 1554“, 1995 gemalt nach einem Selbstporträt von Sofonisba Anguissola, fällt in die Vorbereitungsphase des Projektes „Vorbilder“, das Andessner nur noch mittels Video und Fotografie umsetzen sollte. Neben dem großen Vorbild der Renaissance-Malerin sind es Selbstporträts von Angelica Kauffmann, Gwen John, Frida Kahlo, die Andessner in Licht- und Farbstimmung, Haltung und Gesichtsausdruck nachvollzieht und den jeweiligen Stil der Kleidung mit heutiger Mode nachempfindet. Die Szenerien wechseln entsprechend den Vorlagen, der Gesichtsausdruck ist von Motiv zu Motiv verschieden. Der „Blick in den Spiegel“ reflektiert die (vom männlichen Selbstporträtblick abweichende) Gemeinsamkeit der Künstlerinnen, über 500 Jahre Neuzeit hinweg – auch, wenn an Stelle des Spiegels eine Video- oder Fotokamera steht. Die Videosequenzen zeigen, wie Andessner die Positionen einnimmt, in denen sich ihre Vorgängerinnen verewigt haben.

   

Ausstellungen 2011 & 2012 (Auszug)

„Irene Andessner – Collaborations“, Galerie Schloss Parz, Grieskirchen (A)
29. März bis 20. Mai 2012
Gemeinschaftsarbeiten mit Marinella Biscaro, H.H. Capor, Deutschbauer Spring, Reinhard Doubrawa, Xenia Hausner, Franz Graf, Matthias Herrmann, Lukas Maximilian Hüller, Leo Kandl, Josef Kern, Paolo Leone, C.O. Paeffgen, Arnulf Rainer, Ingolf Timpner, Timm Ulrichs, Ingrid Wald, Erwin Wurm

 

„Irene Andessner/Ingolf Timpner – Collaborations“, Galerie Bugdahn und Kaimer, Düsseldorf (D)
19. Januar bis 31. März 2012

Lebendes Bild nach Leonardo da Vincis „Abendmahl“ (conversion female)„Zeit-Zeugen – Fotografie in Österreich seit 1945“, Künstlerhaus Wien (A)15. Dez. 2011 – 29. Jan. 2012 (Gruppenausstellung)

„Die Sammlung 1900–2011“, Lentos Kunstmuseum Linz

25. März bis Ende 2011

Ausstellungsteilnahme mit einem Original-Polaroid 20 x 24 Inch, „Schöne Linzerin“

 

„Rollenbilder – Rollenspiele“, Museum der Moderne Salzburg

22. Juli bis 30. Oktober 2011

Ausstellungsteilnahme mit Fotografie und Videofilm „I.M. Dietrich“, 2001

 

„Uomini Illustri – Donne Superbe“, Galerie Jünger, Baden bei Wien

22. Mai 2011 bis 4. September 2011

Ausstellungsteilnahme mit Fotoarbeiten aus den Werkgruppen „Donne Illustri“ und „Citylights [Wiener Frauen]“

 

„Abendmahl Mönchsberg“, Museum der Moderne Salzburg

17. August 2011, 18.00 bis 19.30 Uhr

Lebendes Bild nach Leonardo da Vincis „ Abendmahl“ als Gemeinschaftsarbeit mit Timm Ulrichs

 

„Maria Andeßner“, Universität Salzburg

4. April 2011 (Enthüllung)

Rollenportrait „Maria Andeßer“ (*1833 †1906)

 

„Irene Andessner – Selbstportrait i.A.“, NÖ Landesmuseum, St. Pölten

28. Januar bis 26. April 2011

„In Between. Austria Contemporary“, Gasometer – Kulturzentrum der Gemeinde Triesen

21. Februar bis 13. März 2011

Teilnahme mit „Vorbilder / Gwen John“ Dialeuchtkasten-Stuhlobjekt

 

Weitere Ausstellungen:

„Irene Andessner“, Lindinger + Schmid, Regensburg, 1998

„Vorbilder“, Neue Galerie der Stadt Linz, 1998

„Vorbilder #1 Sofonisba Anguissola“, Lutz Teutloff Galerie im Projektraum Trafohaus, Berlin, 1998

„Vorbilder“, Galerie Claudia Böer, Hannover, 1997

„... und der Stuhl dazu“, Galerie Siegfried Sander, Kassel, 1997

„Vorbilder“, Galerie Carol Johnssen, München, 1996